Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM) mittels Massenspektrometrie

Mittels TDM kann der Wirkstoffspiegel eines Medikaments im Blutplasma oder -serum nachgewiesen werden. Dies dient dazu, eine möglichst effiziente und nebenwirkungsarme Therapie sicherzustellen. Der Wirkstoffspiegel kann durch verschiedenste endogene und exogene Faktoren beeinflusst werden. Vor allem die Aktivität der am Arzneistoffwechsel beteiligten Enzyme und die Kapazität der Transportmoleküle sind entscheidend für die Bioverfügbarkeit eines Medikaments. Niedrige Enzymaktivitäten korrelieren häufig mit hohen Wirkspiegeln und sind oftmals mit Nebenwirkungen assoziiert, während hohe Enzymaktivitäten zu niedrigen Serumspiegeln und Therapieversagen führen können. Arzneimittel-, Phytopharmaka- und Nahrungsmittel-Interaktionen sowie die genetische Disposition des Patienten haben großen Einfluss auf die Stoffwechselrate von Enzymen und die Kapazität von Transportmolekülen, wodurch die Wirkspiegel deutlich verändert sein können. Die Messung des Medikamentenspiegels ermöglicht entsprechende Anpassungen in der Dosis und Medikamentenwahl. TDM kann dazu eingesetzt werden, den therapeutischen Effekt eines Medikaments zu optimieren sowie Nebenwirkungen oder Therapieversagen entgegen zu wirken. Treten trotz Ausschluss  von  Interaktionen  und  sichergestellter Compliance des Patienten Wirkspiegel außerhalb des therapeutischen Fensters auf, kann die Untersuchung der genetischen Disposition weitere Auskünfte über die Ursache geben.