Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

Rubinstein-Taybi-Syndrom (RTS)

OMIM-Nummer: 180849

Dr. rer. biol. hum. Soheyla Chahrokh-Zadeh, Dr. med. Imma Rost

Wissenschaftlicher Hintergrund

Das Rubinstein-Taybi-Syndrom ist gekennzeichnet durch die Leitsymptome Intelligenzminderung, postnatale Wachstumsverzögerung mit reduzierter Endgröße, Mikrozephalie und faziale Merkmale wie ein tiefer Haaransatz, breite, gebogene Augenbrauen, Lidachsenverlauf nach außen unten, im Profil Ansatz der Columella unterhalb der Nasenflügel, Retrognathie, Zahnanomalien, sowie breite, oft nach radial abgewinkelte Daumen und breite Großzehen. Beim Lachen kann es zu einem charakteristischen Gesichtsausdruck mit nahezu geschlossenen Augen kommen. Häufig treten Krampfanfälle auf. Das Rubinstein-Taybi- Syndrom tritt in aller Regel sporadisch auf. Die Prävalenz wird auf ca. 1:100.000-125.000 geschätzt. Als Ursache für das Rubinstein-Taybi-Syndrom sind bisher zum einen Mutationen im CREBBP-Gen (ca. 50-70 %), welches für das Cyclisches-AMP-regulierte Enhancer-Bindeprotein codiert, bekannt. Zudem wurden Mutationen im EP300-Gen (ca. 5%) beschrieben, das für das E1A-Bindeprotein p300 codiert. Diese beiden Proteine sind als transkriptionelle Co-Aktivatoren in vielen Signalwegen innerhalb der Zelle involviert (z.B. DNA-Reparatur, Wachstum, Differenzierung, Apoptose).

Literatur

Milani et al. (2015) Pediatr.;41:4/ Stevens et al.(2014) Gene reviews / Bartsch et al, Am J Med Genet 152A:181 (2010) / Schorry et al, Am J Med Genet 146A:2512 (2008)