Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

Prenatalis®-Nicht-invasiver Pränataltest (NIPT)

Qualität aus ärztlichen Händen

Prenatalis® ist ein nicht-invasiver Pränataltest (NIPT), der auf Basis des Illumina verifi®-Verfahrens Fehlverteilungen der Chromosomen 21, 18 und 13 sowie der Geschlechtschromosomen durch die Untersuchung zellfreier fetaler DNA im mütterlichen Blut nachweisen kann. Die Analyse ist sowohl bei Einzel- als auch bei Zwillingsschwangerschaften ab der 10. Schwangerschaftswoche möglich. Der Prenatalis®-Test wird vollständig und ohne Datentransfer an Dritte am Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsdiagnostik (MVZ) in Martinsried vorgenommen.

Wissenschaftlicher Hintergrund des nicht-invasiven Pränataltests (NIPT) Prenatalis®

Die Existenz zellfreier, fetaler DNA (cell free fetal DNA, cffDNA) im mütterlichen Blut und die Verfügbarkeit von Hochdurchsatz-Technologien zur DNA-Sequenzanalyse (Next Generation Sequencing, NGS) ermöglichen seit wenigen Jahren eine neue Form der nicht-invasiven pränatalen Untersuchung, durch die mit hoher Sicherheit Aussagen über das Vorliegen bestimmter Aneuploidien getroffen werden können. Aus einer Blutprobe der Schwangeren wird zellfreie DNA isoliert (incl. des Anteils an zellfreier, fetaler DNA) und nach Anreicherung sequenziert. Da sich fetale und mütterliche DNA-Sequenzen geringfügig unterscheiden, kann durch quantitative Auswertung einer sehr großen Anzahl der Sequenz-Reads festgestellt werden, ob beim Feten mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Trisomie für Chromosom 21 (Down-Syndrom), 18 (Edwards-Syndrom) oder 13 (Pätau-Syndrom) oder eine Aneuploidie der Geschlechtschromosomen vorliegt.

Technologie und Methode

Sequencing-by-Synthesis (SBS)

Weitere Informationen zur Methode finden Sie unter  www.prenatalis.de

Ablauf eines nicht-invasiven Pränataltests (NIPT)

Ein NIPT kann mittels moderner Hochdurchsatzverfahren (Next Generation Sequencing, NGS) an zellfreier fetaler DNA, die während der Schwangerschaft im mütterlichen Blut bzw. Plasma vorhanden ist, die häufigsten chromosomalen Fehlverteilungen (Trisomie 21, 18 und 13 und ggf., abhängig vom Testverfahren, Fehlverteilungen der Geschlechtschromosomen) nachweisen. Damit kann das Eingriffsrisiko der invasiven Pränataldiagnostik für diese Fragestellung vermieden werden. Allerdings sollten positive Ergebnisse durch eine Fruchtwasserpunktion bestätigt werden.

Alle Testverfahren sind auf eine ausreichend hohe Fraktion an fetaler DNA vor dem Hintergrund mütterlicher DNA angewiesen. Die fetale Fraktion steigt mit der Schwangerschaftsdauer und sollte nicht unter 6% liegen. Obwohl die Tests auch für frühere Schwangerschaftswochen validiert sind, lautet die derzeitige Empfehlung, die Blutabnahme nicht vor der 10. Schwangerschaftswoche vorzunehmen.

Die derzeit in Deutschland verfügbaren Tests wurden an Kollektiven mit einem erhöhten Risiko validiert, d.h. erhöhtes mütterliches Alter bzw. auffälliges Ersttrimester-Screening. Für Ratsuchende ohne erhöhtes Risiko (z.B. Schwangere mit unauffälliger Familienanamnese oder jüngere Schwangere) fehlen derzeit noch aussagekräftige Daten. Trotz der hohen Sensitivität und Spezifität können sich falsch-positive und falsch-negative Resultate ergeben, weshalb die Tests derzeit nicht als diagnostisch gelten. Die Empfehlung lautet daher auch, jeden auffälligen Befund durch eine diagnostische Fruchtwasserpunktion zu sichern.

Nach genetischer Beratung (NIPT unterliegt dem Gendiagnostikgesetz) werden der Schwangeren 10 ml Blut (BCT-Spezialröhrchen) abgenommen. Nach Aufreinigung des Blutplasmas wird die zellfreie DNA von Fetus und Mutter nach Anreicherung mittels NGS quantitativ und/oder qualitativ analysiert.

Befund

Als Ergebnis erhält der behandelnde Arzt eine Risikoabschätzung hinsichtlich des Vorliegens einer Trisomie 21, 18 und 13. Auch bei Zwillingsschwangerschaften ist der Prenatalis®-NIPT anwendbar. Liefert die Untersuchung kein verlässliches Ergebnis, muss der Test zu einem späteren Zeitpunkt der Schwangerschaft durch eine erneute Blutentnahme wiederholt oder je nach Indikation und Schwangerschaftsalter eine diagnostische Fruchtwasserpunktion vorgenommen werden.

Andere genetische Störungen, beispielsweise verursacht durch chromosomale Strukturauffälligkeiten, Translokationen oder Mutationen in einzelnen Genen, können derzeit noch nicht untersucht werden.