Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

Ehlers-Danlos-Syndrom (EDS) Subtypen, allelische Erkrankungen und Differenzialdiagnosen

Dr. rer. nat. Karin Mayer

EDS Ehlers Danlos Gen-Panel Diagnostik

Wissenschaftlicher Hintergrund

Unter Ehlers-Danlos-Syndrom (EDS) wird eine klinisch und genetisch heterogene Gruppe von Erkrankungen des Bindegewebes zusammengefasst, die durch eine Überbeweglichkeit der Gelenke, überdehnbare Haut und verletzliches Gewebe charakterisiert ist.

Nach der vereinfachten Villefranche-Klassifikation von 1998 wurde EDS anhand klinischer, biochemischer und genetischer Daten in sechs Haupttypen unterteilt, die auf verschiedene molekulare Defekte des Kollagenstoffwechsels zurückzuführen sind. Infolge der Zunahme von genetisch aufgeklärten, neuen EDS-Subtypen schlägt die revidierte internationale Klassifikation von 2017 anhand klinischer Kriterien 13 Subtypen vor, die autosomal-dominant oder rezessiv vererbt werden und mit Ausnahme des EDS hypermobiler Typ durch genetische Daten bestätigt werden können. Anhand genetischer Ursachen und pathogenetischer Mechanismen können die einzelnen EDS-Subtypen auf der Grundlage von Defekten der Kollagen-Biosynthese und -Prozessierung, der Kollagen-Faltung und Prozessierung, Defekten der Struktur und Funktion der Verbindung zwischen Muskel und der extrazellulären Matrix, Defekten der Glycosaminoglycan-Biosynthese, des Komplement-Systems und intrazellulärer Prozesse in verschiedene Gruppen unterteilt werden. 

Da die klinische Abgrenzung der einzelnen EDS-Subtypen oft schwierig ist und Überlappungen mit anderen Bindegewebserkrankungen wie z.B. Cutis laxa bestehen können, kann eine genetische Diagnostik unter Einsatz von NGS die Einordnung erleichtern.

Literatur

Malfait et al, Am J Med Genet C 175:8 (2017) / Bowen et al, Am J Med Genet C 175:27 (2017) / Byers et al, Am J Med Genet C 175:40-47 (2017) / Brady et al, Am J Med Genet C 175:70 (2017) / Mayer et al, Eur J Hum Genet 21, update 2012 (2013) / Beighton et al, Am J Med Genet 77:31 (1998) / Hausser et al, Hum Genet 93:394 (1994)